Mythos 9

Für Viele ist dieser Mythos eher nicht mehr so präsent. Zum Glück!

Kontaktliegen ist ein natürliches, sozio-positives (abstandsverringerndes) Verhalten. Hierzu ein Zitat aus dem Buch „Ausdrucksverhalten beim Hund“ von Dr. Dorit Urd Feddersen-Petersen, Seite 125: „Taktiles Kommunizieren dient dem Rudelzusammenhalt, kennzeichnet die Bindung zwischen Wölfen wie Hunden und spielt unter Bindungspartnern eine große Rolle: Im Rahmen der sozialen Fellpflege, des Kontaktliegens, der „Schnauzenzärtlichkeiten“, des „Paargehens“ und Zusammenliegens verpaarter Hunde.“

Bei Berührungen schüttet der Körper Oxytocin aus. Dieses Hormon nennt man auch Bindungshormon, Hormon der Nähe oder hormonellen Sozialkleber, was ja bereits vieles erklärt. Oxytocin schafft Vertrauen und stärkt die Bindung, weshalb es so fatal wäre, wenn ich meinen Hund auf Abstand hielte. Das Hormon senkt außerdem den Pegel an Stresshormonen.

Wichtig ist natürlich, auf die Bedürfnisse unseres Hundes einzugehen. Gerade Hunde aus dem Tierschutz wünschen häufig am Anfang nicht, zu viel Nähe zu haben. Es ist „typabhängig“ und hat mit Erfahrung zu tun, ob der Hund die Nähe des Menschen genießen kann oder nicht. Auch Vertrauen ist eine wichtige Basis; das aber ist bei den sogenannten „Auslandshunden“ dem Menschen gegenüber häufig eingeschränkt.

Es gibt allerdings auch Hunde, die das Glück hatten, bei einem verantwortungsbewussten Züchter geboren worden und hiernach in eine liebevolle Familie gekommen zu sein, die trotzdem nicht sonderlich gerne schmusen. Darauf sollte Rücksicht genommen werden, es handelt sich bei unserem Hund immerhin um ein eigenständiges Wesen. Sätze in Verbindung mit Kindern wie zum Beispiel „Der ist so lieb, die Kinder dürfen alles bei ihm“ lassen meine Alarmglocken läuten.

Probleme sind hier oftmals nicht weit. Jedoch ist meist der Hund der Gelackmeierte, wehrt er sich dann doch mal auf hündische Art und Weise, da ihm der Besitzer bislang nicht aus der Situation herausgeholfen hat. Verletzungen sind bei Kindern schnell geschehen, denn bei Vorfällen sind sie zusätzlich meist mit dem Gesicht in Schnauzenhöhe des Hundes. Daher achtet bitte genau auf die Körpersprache und Signale eures Hundes. Eine Reaktion seinerseits hat sich normalerweise häufig und deutlich im Voraus angekündigt.

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